morbus crohn
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Meine Erkrankung begann 1977 mit Bauchschmerzen und Durchfällen die zum Teil etwas Blut enthielten,in einem Zeitraum von ca.14 Tagen verschlimmerten sich die Bauchschmerzen und ich hatte richtig blutige Durchfälle und wurde ins Krankenhaus eingewiesen .Nach einer Darmspiegelung diagnostizierte man sehr schnell eine Colitis Ulcerosa bei mir ,das diese Darmentzündung so schnell erkannt wird ist nicht selbstverständlich ,ich kenn viele Betroffene die Monate in Behandlung waren bis die Diagnose Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn feststand. Nach vier Wochen Krankenhaus und Behandlung mit Azulfidine gings ab in Kur nach Bad Salzig für 4 Wochen ,danach noch eine Weile krank zuhause und als es mir wieder etwas besser ging fing ich wieder an zu Arbeiten .Mein Leben hatte sich total verändert,früher war ich ein kraftstrotzender Kerl den nichts erschüttern oder umhauen konnte, der keine Schwäche oder Krankheit kannte. Jetzt hatte ich fast jeden Tag Bauchweh und schaute bei jedem Stuhlgang angstvoll nach ob nicht wieder Blut im Stuhl war. Ich rannte zu Ärzten und Heilpraktikern immer in der Hoffnung ein Mittel zu bekommen das mich heilte . Nach einer weiteren Kur 1978 wurde mir von den Ärzten der LVA geraten ich müsste mir eine leichtere Tätigkeit suchen ,ich könnte meinen Beruf als Maurer nichtmehr ausüben . Ich arbeitete dann 1 Jahr in einer Fensterfabrik und danach bekam ich eine Anstellung im öffentlichen Dienst der Bundeswehr als Diensthundeführer. Dort arbeitete ich im 24 Stundendienst (schichtdienst). Weil ich die klassischen Medikamemte Azulvidine ,Glaversal, Salofalk alle nicht vertragen hab (ich bekam noch mehr Durchfälle und Bauchschmerzen) , nahm ich an Medikamenten Cortison und Immodium , damit kam ich einigermaßen über die Runden . Ich hatte Zeiten da ging es mir gut , während dieser Zeit baute ich mir ein Haus in Eigenleistung weil ich ja gelernter Maurer bin.  Mal ging es mir schlecht weil ich wieder einen Erkrankungsschub hatte,dann war ich krankgeschrieben und hing wieder bei Ärzten im Wartezimmer rum .Mittlerweile kam noch Weichteilrheuma dazu was die ganze Sache noch verschlimmerte,weil Medikamente gegen Rheuma eine Darmentzündung auslösen oder verschlimmern und Cortison das ich gegen die Darmentzündung bekam Rheuma verschlimmert und die Knochen schädigt wenn man es in höherer Dosis auf Dauer nimmt . Bei einer Darmspiegelung 1988 stellte man fest das sich die Entzündung geändert hatte,aus der Colitis Ulcerosa war ein Morbus Crohn geworden .1990 ließ ich mich wegen massiver Bauchschmerzen, trotz hoher Dosis Cortison , ins Krankenhaus einweisen ,während der Darmspiegelung hatte ich einen Darmdurchbruch und musste notoperiert werden,bei dieser Op wurden 50 cm Dickdarm entfernt, nach der Erholung von der Op ging es mir so gut das ich 3 Jahre kein Cortison brauchte und nur mit Immodium gut zurecht kam .Ab 1993 ging es los mit einer Analfistel,ich hatte tierische Schmerzen, kam in unser Kreiskrankenhaus und die Fistel wurde operiert,,jetzt dachte ich das alles gut war, aber die Fistel kam wieder . Ich wurde wieder operiert , so ging das 10 mal ,dann ging ich zur Reha nach Bad Neuenahr .Der Chefarzt dort machte mir einen Termin mit einem sehr guten Proktologen im DKD in Wiesbaden. 4 Wochen nach der Kur wurde ich ins DKD nach Wiesbaden eingewiesen,der Proktologe erklärte mir das er mir den Schließmuskel durchtrennen müsste, andernfalls würde die Fistel immer wieder kommen,im schlimmsten Fall könnte ich den Stuhl nichtmehr halten aber das würde man erst nach der Op sehen und dann müsste der Schließmuskel später repariert werden. Die Op gelang und ich konnte den Stuhl gut halten wenn ich ziemlich direkt auf die Toilette konnte. Die Fistel war weg und nach zwei kleineren Nachoperationen hatte ich Ruhe. Da ich immer wieder durch den Morbus Crohn längere Zeit krank war und häufig auf der Arbeitsstelle fehlte wurde ich von mehreren Kollegen gemoppt,das verschlimmerte meinen Allgemeinzustand so sehr das ich noch häufigere Schübe vom Morbus Crohn bekam ,depressiv wurde und Polyartritis bekam. Durch die Polyartritis hatte ich Morgensteifigkeit in allen Gelenken ,ich konnte ohne Schmerzen nicht liegen ,sitzen oder stehen ,wenn ich morgens regelrecht auf den Knien aus dem Bett geklettert war und mich eine Stunde lang bewegt hatte waren die Schmerzen erträglich ,ich dachte mittlerweile an Suizid. Ich ging zu einem Psychologen der wie ich hier mal betonen möchte ein sehr guter Psychologe ist,er mit seiner Therapie und der Gedanke an meine Frau und meine Kinder hielten mich vor einen Suizid zurück. Ich bekam wieder neuen Mut und Lebenswillen ,um das Mobbing zu beenden und etwas Ruhe in mein Leben zu bringen half er mir das ich eine Zeitrente von 1,5 Jahren bekam, da sich der Gesundheitszustand nicht soviel geändert hatte das ich wieder zur Arbeit konnte bekam ich nochmal 2 Jahre Zeitrente und als es dann immer noch nicht besser war bekam ich die Erwerbslosenrente bis zum 65.Lebensjahr verlängert. Durch die Einnahme von Cortison über 20 Jahre hinweg in kleineren und höheren Dosierungen hatte ich nun auch noch Diabetes (zucker).  Im Sommer 2000 bekam ich dann wieder einen schlimmen Schub der Darmentzündung und ließ mich ins Kreiskrankenhaus bei uns einweisen,bei der Darmspiegelung stellte man eine starke Entzündung mit 3 Stenosen(engstellen im darm) und einen apfelsinengroßen Abzess im linken Bauchraum fest . Ich wurde von meinem dortigen Internisten zur Spezialbehandlung nach Bonn zur Uniklinik auf dem Venusberg eingewiesen,dort wurde für den Abzess eine Trainage gelegt zum ausleiten der Flüssigkeit ,Austrocknung und verkleinern des Abzess,zur besseren Operationsmöglichkeit. Da auch wieder eine Darmoperation anstand wegen der Entzündung und der 3 Stenosen musste ich 3 Monate in der Uniklinik verbringen um die Entzündung und die Cortisondosis zu verringern damit die Operation mit weniger Komplikationen verlaufen sollte. 14 tage vor der Op machte man mir Hoffnung auf eine Op ohne anschließendes Stoma (künstlicher stuhlausgang).Als ich nach 6 stündiger Op aufwachte und wieder klar denken konnte tastete ich meinen Bauch ab. Ein heißer Schreck durchfuhr mich,da war Es ,ich hatte doch ein Stoma,ich fiel in tiefste Depression,bezichtigte die Ärzte als Lügner weil Sie mir vorher Hoffnung gemacht hatten. Mir waren wieder 30-40 cm Dickdarm entfernt worden und man hatte mir doch ein Stoma gelegt. Nach 10 Tagen durfte ich nachhause, ich war so froh wieder heim zu können das ich eine Anschlussheilbehandlung (kur) ablehnte,über 3 Monate Krankenhaus reichten mir vorläufig.  Mit Hilfe meines Psychologen fand ich so langsam wieder aus der Depression und akzeptierte mein Stoma. Mittlerweile hab ich mein Stoma im 4.Jahr und ich lebe damit besser als vorher ohne Stoma,weil ich jetzt nichtmehr andauernd gucken muss wo eine Toilette ist wenn ich mal unterwegs bin. Ich kann jetzt wieder sehr viel mehr unternehmen als früher,das Leben ist wieder lebenswert.               

 

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